Du siehst gar nicht so aus…

…wie eine, die sich mit Frauenförderung und Gleichstellungsfragen beschäftigt!

Es ist einer dieser Tage. Einer dieser Fälle. Einer dieser Männer.

Erfolgreich, selbstbewusst und migrationsfrei.

Ich habe es allein meiner Dating-Neugier und wissenschaftlichen Reflexions-Gelüsten zu verdanken, dass ich Sätze, wie oben, zu hören bekomme. Denn eigentlich und im tiefsten Abgrund meines Herzens habe ich überhaupt kein Interesse an einer Beziehungsanbahnung. Und für beziehungslose, ungezogene Kurzbindungen brauche ich nicht die Mühe der Konversation. Das geht auch anders.

Da ich aber ein Herz für klischeebehaftete, sich gern mal selbst überschätzende Typen habe, erlebe ich diese unfeministischen Situationen. Für mich amüsant, für die Jungs ziemlich verstörend. Oder: überraschend!

Mittlerweise bin ich mir dessen bewusst – und sicherlich auch viele von EUCH – dass mein Äußeres zum Unterschätzen anregt. Besonders wenn es ums männliche Klientel geht, das ein paar Jährchen mehr auf dem Lebenskonto hat. Motto: „Die süße Blonde“. Tja, diese süße Blonde macht sich gern den Widerspiegelungs-Spaß und sagt zu. Wenn ihr fragt, kommt sie gern. Sie ist höflich und nett. Sie lässt es zu, dass ihr mit Sätzen, wie oben, an sie herantretet. Und dann: BÄM! Leider falsch geschätzt!

Ich habe es oft geschrieben, gesagt und gepredigt: ich will nicht bekehren! Ich begebe mich lediglich gern in Situationen, wo ich auf genau dieses berühmte Überraschungsmoment setzen kann. Mit Menschen, von denen ich vorher schon zu 99% weiß, dass sie nicht viel mit Feminismus und Frauenpower am Hut haben. Und weil ich nicht gern sofort auf stur schalte, sondern das Interesse und die Sympathie mir gegenüber anvisiere und sie hinterher nutze – zugunsten der Emanzipation und geistigen Spektrum-Erweiterung.

Dieses Mal sammelte ich die imaginären flirty „Pluspunkte“ im offenen Smalltalk. Keine Heuchelei, keine unnötigen Geheimnisse. Ich setze nicht gerne auf die femme-fatale-Karte. Ich bin einfach nur freundlich. Warum auch nicht? Schließlich gibt’s nicht gleich Grund fürs teasing und negging. Und irgendwann kommt der Moment, an dem sich mein Gegenüber so sicher fühlt, dass er diesen berühmten Fassungslos-Look anlegt: „Du bist Feministin? Das sieht man dir überhaupt nicht an. So wie du hier dasitzt und sprichst.“
Was genau ihn zum detektivischen Profi macht, der anhand von meinem Lachen, Erzählen, meinem casual Look, meiner Gestik (??) genau zu erkennen meint, dass ich „nicht feministisch“ aussehe – ich weiß es nicht.

Es steht wohl außer Frage, dass das „feministische Bild“ im Kopf dieses Manns ein völlig abstruses, von mir abweichendes sein muss. Und auch, dass mein „Outing“ nicht in dieses Bild passt. Und genau dieser Bruch ist mein Ziel. Eine Strategie. Nicht zum Täuschen oder Betrügen. Nein, ich möchte am köpfischen Klischeebild rütteln. Jetzt weiß ich: ich kann das! Ihr könnt das! Alle!! Es sind kleine Nuancen. Nutzt sie! Es gibt Menschen, die (so vorurteilsvoll die erst auch sein mögen) Sympathien für Euch hegen. Klar, kann man mit dem Vorschlaghammer durch die misogyne Wand. Oder, wir kehren es um. Wir setzen unsere Stärken ein, die uns als Frauen* ohnehin schon zugeschrieben werden. Natürlich nicht nur als Frauen – als die Person, die wir zu sein scheinen und als die wir gesehen und bewertet werden.

Ich kann nicht sagen, ob ich mich mit meiner scheinbar harmlosen Ausstrahlung abgefunden habe. Vielleicht färb ich mir einst meine Haare dunkler und spiele mit stilistischen Images. Des Experimentes wegen.
Vorerst nutze ich meine vermeintliche „kleine, süße“ Schwäche FÜR mich, FÜR Feminismus und FÜR die Intervention.

Ja, ich habe so viel Zeit und ja, ich will das und denke auch darüber nach. Es ist nicht nur Friede und Freude – es ist meine tiefgründigste Überzeugung, für die ich hier einstehe. Und nebenbei teile ich meine Gedanken mit Menschen, die sonst am Stammtisch am lautesten schreien (über die eine, die man sich klar gemacht hat oder die andere, die so klammert…). Heterosexuelle Matrix – what else?!

Ob mein Feminismus-Geständnis für eine schlagartige Flucht sorgte? Nein! Ganz im Gegenteil – es droht vielleicht sogar Fortsetzung :). Er weiß (mit all seinem büropausenpsychologischen Wissen) einfach noch nicht, dass mich keinerlei sexuelles Interesse antreibt. Und wenn er es erfährt, enden die Treffen. Bis dahin habe ich viel geteilt, viel verbreitet und vielleicht angeregt – im platonischen Sinne!

Do it! Arrogante Abfuhr kann jede_r! Warum nicht unser Potenzial nutzen, sammeln, bündeln und kanalisieren? Der Hammer kann auch später noch zum Einsatz kommen, für destruktives  Wändeeinreißen.

❤ KF

„Dear society,…

…please change!“ Zum Equal Pay Day heute ein kleines Stoßgebet an die Göttin des gleichen Lohns. Und um ganz effizient zu sein, ist mir heute nach einem kleinen Themenüberschlag. Ihnen gemein ist (abgesehen vom allgemeinen feminismusfeindlichen Gezeter) ihr Appell an die Gesetzgeberin.

Dialog von heute Morgen. MoMa-Moderator Mitri Sirin fragt Manuela Schwesig nach dem Sinn ihres Bestrebens nach gleichem Lohn für Frauen und Männer. Es sei schließlich die Gesellschaft, die sich ändern sollte. Soll den Menschen tatsächlich noch mehr Zwang zugemutet werden? Nützt ein Gesetz top-down irgendjemand irgendetwas. Frau Schwesig lächelt, lobt den Mindestlohn und die Frauenquote und sagt: Das schaffen wir auch noch.

Das ist kein Bekenntnis für oder gegen unsere Frau Familienministerin. Und Herrn Sirin will ich auch nicht verteufeln. Vor ihm gab es einen wesentlich publikumsabschreckenderen Kollegen.
ABER mich stört dieser Dialog in seiner Substanz. Immer und immer wieder ertönt dieser Schuldspruch gegenüber der Gesellschaft. Entweder zu liberal, zu beengt, zu stur, zu facebook, zu FDP…
DA DRIN sollte sich was tun! SIE soll sich nicht so haben. IHRE Normen haben sich zu wandeln. Und niemand scheint sich darin zu verorten, wenn sie oder er von DER Gesellschaft spricht. Schon mal dran gedacht: YOU’RE PART OF IT.

Dennoch ist die Frage auch für mich legitim und nicht leicht zu lösen: brauchen wir mehr Gesetze? Solche, um der Gesellschaft etwas auf die Sprünge zu helfen…vielleicht ihr in den Hintern zu treten (und mit ihr gemeinsam auch ein paar ganz bestimmten Akteur_innen auf ihrer Bühne).

Eine gewisse Zeit-Redakteurin Frau H. schrieb letzte Woche von der „wahnsinnigen Sensibilität“ in Bezug auf die sexuelle Belästigungsdebatte, der nach jede_r Zweite am Arbeitsplatz schon mal belästigt wurde. Gern hätte ich hier mein Allheilmittels-Argument hingeworfen, kein Wunder, es schreibt ein Mann! Aber bei der Zeit werden jetzt öfter frauenkritische Artikel von ebensolchen verfasst. Ich sage: ihr habt mich zur teils entschärft ;).
Aber (anzüglichen) Witz beiseite: Frau H. hat es echt noch nicht gerafft und äußert sich auf arrogante und ignorante Weise. Diese vermeintlichen Opfer sexualisierter Gewalt seien mittlerweile zu sensibel. Sie sollten sich doch einfach wehren und sagen „Hey, Stopp!“ oder auch mal „Hände weg!“. Die Landesantidiskriminierungsstelle ist für sie eine große Peace&Love-Party, die Frieden für alle will. Frau H. sagt dazu: „Aber rätselhaft bleibt doch, was die Minderheitenprobleme trans- und intersexueller Personen mit der angeblich massenweisen Belästigung am Arbeitsplatz zu tun haben“. Wenn man nämlich findet, alle Menschen seien zwar vor dem Gesetz gleich, von Gleichberechtigung aber keine Rede sein kann, wo ist da der Zusammenhang? Noch mehr schöne Phrasen sind z.B. „klinisch verzagt“ klingender Begriff intersexuell und mein Favorit auf Platz eins:
„DIESE GENDERUTOPISCH AUFGEMOTZTE PROSA“ der Antidiskriminierungsstelle. Für Frau A. unverständlich, was „Gleiches Recht – jedes Geschlecht“ mit trans*, inter* und allen anderen zu tun haben könnte… Vielleicht sollte sie bei o.g. Stelle vorbeigehen und sich mit den Mitarbeiter_innen dort über Geschlechtergerechtigkeit unterhalten?
Es geht in diesem Artikel, neben der Hypersensibilität unserer Gesellschaft, um das scheinbare Verlangen nach mehr Regeln. Grusel-Endpunkt: sie zieht Foucault ein, der sich wohl im Grabe umdrehen dürfte bei ihren leicht §$%&*-phoben Bemerkungen (bitte Beliebiges einsetzen). Die Öffentlichkeit soll sensibilisiert werden statt das souveräne selbstbestimmte Rechtssubjekt hervortreten zu lassen. Statt zu kämpfen (für das Recht), wird gesäuselt. Ein bisschen Feministin ist sie vielleicht, denn ein nostalgischer Seufzer findet sich inmitten des Beschuldigungschaos: die Emanzipationsjahre der 60er hätten ideologisch was zu bieten gehabt.
Sie meint „Jeder Einzelne – jede Einzelne“ könne sich einfach hinstellen und verkünden: „Ich will. – Ich will nicht.“ Uff… Schön, dass es bei Ihnen klappt, liebe Frau H.
Die Gefahr einer sexuellen Belästigung sei heraufbeschworen und Menschen würden nur dazu angeregt werden, sich zu beschweren. Und zum Schluss, wie durch Zauberhand, kommen plötzlich illegal Arbeitende Frauen und Männer als die eigentlichen Opfer zur Sprache. Was genau uns die Autorin mitteilen wollte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Eins ist aber gewiss: Frau H.s Blick ist nun mal nicht der einzige. Wenn sie eine der glücklichen Frauen ist, die niemals mit diesen Problemen zusammenstieß, schön. Das wünsche ich allen. Ob Frau* oder Mann*.
Allerdings kann sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz (und sonst wo) nicht als ein eingebildetes, übertriebenes und fast schon ausgedachtes Phänomen abgetan werden. Natürlich liegen dem tieferführende Faktoren zugrunde. Und hierarchiefrei wird kein utopisches Großraumbüro sein. Ach ja, und wer sagt, welche Menschen von welchen wann belästigt werden? Frau H. scheint zu wissen, dass trans* und inter* Personen gar nicht zu den Betroffenen gehören. Was für ein Schwachsinn.

Und hier wären wir wieder, bei den Gesetzen und den Regeln. Frau H. meint, noch mehr Regeln sind schlichtweg der falscheste Weg von allen. Alle sollten selber denken. Selbstkontrolle.

Ich sage: Regeln, die für eine geschlechtergerechte, gleichberechtigte Gesellschaft sprechen, die IHR im Wandel helfen und IHRE Partizipient_innen unterstützen, tun gut. Ob gleicher Lohn für gleiche Arbeit – ohne Kompromisse und ohne Schuldzuweisung an die Frauen („Jaja, wählen die doch selbst diese Billig-Care-Berufe!“) oder eine besser etablierte Regulierung bzgl. sexualisierter Gewalt (die übrigens nicht immer nur das Busen-Anstarren oder Po-Antatschen, Witzereißen oder Porno-Bildchen umfassen, sondern Sexismus in all seinen intersektionalen Formen beinhalten kann).

Ein „Liebe Gesellschaft, bitte wandle dich!“ reicht nun mal nicht immer. Lasst uns ihr die Hand reichen und wenn wir schon mal dabei sind, auch einander (in genderutopischer Prosa oder Rosa :P)!


KF

Feminismus united

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Frisch vom Frauen*Kampftag heute in Berlin! Eine einzige feministische Party, aber auch ernste Worte und harte Wahrheiten! An Euch alle: Frauen* vereinigt Euch zum Internationalen Frauen*tag am 8. März! Es sollen fast 4000 Demonstrant_innen dem emanzipativen Ruf gegen Sexismus, Rassismus und patriarchale Strukturen gefolgt sein! Wow wow wow! ❤ KF

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Göttinnen der Meere

Sie treiben auf dem Wasser um abzutreiben. Plakativ, aber treffend. Als Göttinnen, als Engel nehme nicht nur ich die Frauen rund um die Holländerin Rebecca Gomperts.
Ihr Aktivismus ist provokativ, innovativ und demonstrativ. Auf einem Schiff fahren die Frauen raus aufs Meer, in rechtsfreie Zonen, wo sie Frauen die Abtreibungspille(n) verabreichen. Frauen, die verzweifelt sind. Frauen, die in Ländern leben, wo Abreibungen illegal sind.

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Vessel = Schiff, Kessel, Behälter, Gefäß.

Vessel wirkt lange nach. Das Bild des „Abtreibungsschiffes“ verschwimmt zum Bild des mütterlichen Bauches, dem Gefäß des Lebens und doch ein leerer Behälter.
Als Engel, ja fast Madonnen werden die Aktivistinnen von Frauen aus der ganzen Welt per Port und Mail angefleht.

Für Gegner_innen (und nein, nicht nur in ultrakonservativen Teilen dieser Erde) sind die Feministinnen Todesengel. Sirenen, die Unheil bringen. Mörderinnen. Verbrecherinnen.
Natürlich gibt es das eine oder andere Klischee. Saudi-Arabien, wo Frauen zum Teil nicht ohne männliche Begleitung und unverhüllt in die Öffentlichkeit dürfen, ist ein solches. Ausschließlich Männer, die die Vessel-Frauen in die Enge treiben, fast übergriffartig mit Schildern und Geschrei gegen die Abreibungen protestieren.
Aber Irland, Portugal, Polen…

Rebecca traut sich in Portugal sogar ins Fernsehen. Sie legt sich mit allen an. Mit ihren Kolleg_innen schult sie andere Frauen* und Aktivist_innen. Sie bringt ihnen bei, dass das Herbeiführen einer Abstoßung durch bestimmte Medikamente möglich ist, die frei im jeweiligen Land in Apotheken zu haben sind. Und das ohne jeglichen Verdacht. Sie erklären, wie ungewollt Schwangere die Pillen zu nehmen haben – bis zu 20 Stück in 3-Stunden-Intervallen. Sie beruhigen: Ärzte könnten im Nachhinein nicht nachvollziehen, ob es eine „reguläre“ unerwartete Fehlgeburt war oder nicht.

Als Feministin ist für mich immer schon klar: ich bin ABSOLUT und ohne FRAGE  für die Legalisierung von Abtreibungen! Ohne WENN und ohne ABER.
Aber nach Vessel kommen sie wieder, diese ewigen Fragen: geht Feminismus auch in Pro-Life-Version? Ist Pro-Choice die einzige Option? Geht beides? Und wo ist dann die Kirche, Religion und Emanzipation? Schweeeeeere Kost.
… [an dieser Stelle erspare ich mein Gedanken-Ping-Pong und komme zum Ergebnis]
Feminismus ist pro-Frau, davon gehe ich einfach mal aus. Auch pro-Mann und pro-EveryBODY. Und somit ist Feminismus auch für die Entscheidungsfreiheit über den eigenen Körper. Ob Trans*, Inter* oder „just for fun“-Beauty-OP: jede_r darf, soll, kann selbst über sich verfügen. Das Leben im Körper einer Frau* ist zunächst und an allererster Stelle ein Teil IHRES Körpers und SIE darf darüber verfügen.
Von den Kindern die durch Vergewaltigungen und andere gewaltvolle Übergriffe entstehen ganz zu schweigen. Bei vielen Themenbereichen ist die „Mein Feminismus, Dein Feminismus“ für mich nicht nachvollziehbar – je mehr, desto besser! Aber Abtreibungen: there’s just one right way! Für Ideologiekritik stehe ich gern zur Verfügung. Ich weiß, dass es sehr viel Gegenwind gibt – nicht erst seit Vessel!

Nun. Leider kamen die Vessel-Frauen nicht bis nach Russland. Und da ich das russische Blut in meinen Adern fließen höre, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken bei dem Gedanken. Ich begann die Recherche.

Hier ein paar Fakten über das heutige „liberale“ MÜTTERCHEN Russland:

– seit den 50ern waren Abreibungen quasi legal. Die Frauen unserer Müttergeneration hatten fast alle (die ich kenne) mindestens eine Abtreibung – Sowjetsystem sei Dank! Scheinbar war die produktiv arbeitende Frau wichtiger als eine, die „andauernd“ be- und verhindert ist durch Schwangerschaft und Erziehung… ich nehme mir mal eben kurz das Recht auf Wertung.

– wie man und frau und noch viel stärker alle dazwischen merken, ist Russland nicht gerade weltoffener geworden seit 1991. Es heißt, nach Zusammenbruch der UdSSR war es vorbei mit der Erlaubnis. Und dann kam auch die ominöse Staat-Kirche-Liaison. Die Aktivist_innen der Pro-Choice-Fraktion sind zwar auch in Russland und auch heute laut, aber sie haben es schwer. Das strenge Mütterchen Russland mag es gar nicht dulden, wenn es emanzipatorischen Protest und unzufriedene Bürger_innen auf die Straßen ihrer Städte treibt. Und Väterchen Putins Ego wird auch angekratzt! Nein, nein, nein. Böser Feminismus (aus dem Westen). Es ist ja so: was irgendwie queer, emanzipiert, kreativ daherkommt, hat sich damit im Westen angesteckt. Diese Deutung hat nicht nur Russland für sich gepachtet, es gibt ein paar andere, die uns hier (ja, ich schließe mich ein) als traditions-gefährdende unsittliche Produzent_innen (des Wissens) sehen. Ein bisschen schäme ich mich ja, aber es ist noch nicht alles verloren…

Und sonst?
Schaut Euch Vessel an! Echt! www.womenonwaves.org

Was ich gelernt hab (Spoiler-artigkeit):

– Abtreibung geht echt länger als ich mir vorgestellt hab mit Pillen – 2!
– die Liste mit den Pillen, die den nötigen Wirkstoff haben ist LANG! Die Namen unterscheiden sich, aber es ist nur eine Frage der Kenntnis, einen Abbruch der Schwangerschaft herbeizuführen! Wow!!
– trotzdem: so eine Abstoßung ist kein ‚Kinderspiel‘ (verzeiht mir den makabren Vergleich), Krämpfe, Fieber, starke Blutungen, Übelkeit uns mehr davon
– u.a. durch das Engagement der Women on Waves wurde in Portugal das Abtreibungsgesetz gelockert
– in einigen afrikanischen, europäischen, südamerikanischen und asiatischen Ländern wurden viele Multiplikator_innen von den Women on Waves gecoacht; Beratungsstellen wurden eingerichtet, die ungewollt Schwangeren die nötigen Infos zu den Abtreibungspillen erteilen
à Informationen „verteilen“ ist in den meisten Ländern nicht verboten und der Akt an sich – solange er nicht öffentlich wird – bleibt nur der Schwangeren bekannt…

Für mich bleiben die Women on Waves, wie sich die Aktivist_innen nennen, Göttinnen, Engel und Madonnen. Für atheistische und säkulare Leser_innen: Retterinnen, Helfer_innen, Freund_innen.
Was diese (wenigen) Frauen weltweit in wenigen Jahren bewegt haben, ist unglaublich. Umso mehr verstehe ich, dass es so manche Medien und Gegner_innen nur zu gern verbergen würden. Abtreibung bleibt ein heikles Thema, auch in Deutschland (wo sie btw auch illegal ist, aber nicht bestraft wird, weshalb jede Frau*, die abtreibt, kriminell ist…ich liebe ja das Rechtssystem).

Feminist_innen verbündet Euch: Pro-Choice! Immerhin war das WAHLRECHT eine der ersten und bedeutendsten Errungenschaften von feministischem Engagement. Die WAHLmöglichkeit muss es auch bei Abtreibungen geben!


KF