Women against Feminism? Cats are confused…

cat woman beauty

Weil sich nun die halbe Internet-Welt darüber auslässt, fühle ich das Kribbeln auch in meinen Fingern.
Der Blog, der in aller Munde ist, zeigt Frauen, wie stolz selbstgeschrieben Schilder hochhalten, auf denen sie ihre anti-feministische Gesinnung kundtun.
Da stehen dann Dinge wie „Ich brauche keinen Feminismus, weil ich an Gleichberechtigung glaube“ oder (einer meiner Lieblingssprüche) „Ich brauche keinen Feminismus, weil ich kein Opfer bin“…

Wenn sich jemand beim Nicken ertappt – das ist nachvollziehbar und DOCH herrscht Klärungsbedarf. Denn die meisten dieser Aussagen von den Frauen in diesem Blog ließen sich genauso gut auch feministisch-zugewandt formulieren.

Ich bin ebenfalls kein Opfer, und doch brauche ich Feminismus!

Ich glaube fester als an alles auf dieser Welt und jenseits, dass eine Gleichberechtigung möglich ist, und GERADE DARUM brauche ich Feminismus.

Und? Schon überzeugt?

In meiner feministisch-überzeugten Art kann ich diese Frauen durchaus verstehen. Neulich las ich einen Artikel einer Feministin. Sie sagte, früher in ihrer Jugend würde sie sich nie als Feministin bezeichnen, weil sie wollte, dass Jungs sie mögen. Trotzdem setzte sie sich zu Hause dafür ein, dass sie und ihre Schwester dieselben Rechte und Pflichten hatten wie ihr Bruder.
Erst mit dem Einblick und der Erkenntnis, dass es nicht um die Ablehnung von Männern o. Ä. geht, sondern um vieeeeel komplexere Strukturen, „labelte“ sie sich um!

Immer und immer wieder kann ich nur wiederholen: die patriarchal angeordnete Gesellschaft betrifft uns alle, die wir in ihr leben. Männer in deren Rollen haben mindestens genauso viele Probleme wie Frauen. Allerdings ist es ein „Anders“, ein ungleich verteiltes „Anders“.
Und in diesem „Anders“ werden Frauen auf andere Weise wahrgenommen als Männer. Was OK ist, und KEIN GRUND für Herabstufung bzw. Emporhebung.

Und für diese EINEBNUNG von Geschlechterhierarchien stehe ich als Feministin ein. Dabei hat es nichts mit Frust, Aggression oder Männerhass zu tun. Es gibt solche und solche Individuen, denen ich am liebsten ein heißes Feminismus-Bad verschreiben würde. Doch das Belehren, das Bekehren und Umkehren von Meinungen ist nicht meine Aufgabe und vielleicht wäre ich allein dafür nicht stark genug.
Meine Aufgabe sehe ich – wie viele von uns Feminismus-Freund_innen – im Darstellen, Erklären und Offenlegen. Auch das Umdeuten und Plausibel-machen könnten solche kleinen Ziele sein.

Ein Opfer bin ich darum nicht. Aber ich werde auf eine andere Weise zum Opfer gemacht, als z. B. meine männlichen Gegenüber. Und würde ich mich als Opfer beschreiben, wäre ich als Opfer ein anderes, als es ein Mann wäre.

Nun; wäre, hätte, könnte, sollte…

Einen Punkt möchte ich hinzufügen: Feminismus ist ein dynamischer Prozess. Er bleibt nicht derselbe und verändert sich mit uns allen.
Eine Revolutionierung des Begriffs, wie es in einer kürzlich stattgefundenen Diskussion anklang, ist bereits in vollem Gange!
Wir, die heutige Generation von Frauen, haben zum Feminismus gefunden, obwohl uns von allen Seiten zugerufen wird „Ihr habt doch schon alles, was ihr wolltet!“

Das ist doch Indiz genug, dass Feminismus nicht wegzudenken ist! Er muss gehegt, gepflegt und vor allem richtig gedeutet werden, damit auch die, die sich vom Opfer-Frauchen-Dasein distanzieren, etwas damit anfangen können.

Mit den vielen Benachteiligungen von Frauen im intersektionalen Kontext (a la „black“ „female“, „poor“ etc.) fange ich gar nicht erst an…

By the way: viel witziger ist da die Seite der Confused Cats against Feminism 😉

❤ KF

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