Emanzipation von jungen Menschen mit Migrations-Erfahrung?

Mich beschäftigt heute auf seltsam-anhängliche Art und Weise die folgende Frage: WIE läuft der Abgrenzungs- und Individualisierungsprozess bei jugendlichen MigrantInnen ab?

Genauso stur, störrisch, besserwisserisch – sprich: prä-, mitten-drin- und postpubertär wie bei allen anderen derselben Altersgruppe? Das ist sicher eine schnelle und einfache Lösung des Problems. Damit hatte sich das sonst auch für mich stets erübrigt.
Doch führt frau sich nur eins, zwei Fakten vor Augen, verliert die Erklärung an Kraft:

1. Der bei „Einheimischen“ mit der Pubertät einhergehende Wunsch, sich selbstständiger und individueller zu verhalten ist wahrscheinlich auch Migrationserfahrenen bekannt. Aber dieses schlichte „Neues ausprobieren“ (Reisen, andere Kulturen sehen und erleben usw.) hat für junge Menschen der beiden oben erwähnten Gruppen eine unterschiedliche Bedeutung. Während deutsche Jugendliche so etwas wie Hobby-Fernweh verspüren – und ich lobe ganz unironisch den Wunsch vieler Deutschen mit unbekannten Traditionen und Sitten in live-Kontakt zu treten! Das ist wunderbar! Ich würde mir gern davon eine grooooße Scheibe abschneiden, wenn ich darf!!  – können Migranten-Kinder häufig wenig damit anfangen. Sie pendeln mental zwischen zwei Kulturen, zwei Nationen, zwei Welten. Sich da auf viele neue einzulassen und unbeschwert den Rest der Welt zu entdecken,  kann eine ernst zu nehmende Barriere darstellen.

2. Sich Gruppen zugehörig zu fühlen. Sich vom Main Stream abzugrenzen. Ob nun als Hip HopperIn, Geek, Grufti, Barbie, Ken… die Entscheidung sei jeder/jedem selbst gegönnt (es gibt so viele weitere definitiv NICHT neutrale Kategorien – ich entschuldige mich für alle! Seien sie hier nur des explorativen Zweckes wegen angeschnitten…). Fakt ist aber auch, dass MigrantInnen hierzulande bereits einer solchen Minderheitengruppe angehören. Per Zuzug sozusagen. Schwupps – und die Exklusivität des Migranten-Status wurde meine, deine, seine und unsere.

3. Ob Migranten-Jugendliche es selbst wollen oder durch das sie umgebende Umfeld zu diesem Wunsch bewegt und erzogen werden, a la political correctness, ist fraglich. Aber als gern gehörtes und noch gerner gesehenes Ziel von jungen MigrantInnen gilt die gesellschaftliche Integration. „Sie/Er hat sich aber gut hier integriert!“, „Gute Sprachkenntnisse sind eine gute Voraussetzung für eine gelungene Integration!“, „Die Basis sind soziale Kontakte mit einheimischen Kindern und Jugendlichen!“… Na, sind das nicht allseits bekannte Sätze?!

Als ich heute den ganzen Tag vor mich hin grübelte, kamen mir diese drei Dinge doch sehr plausibel vor. Ich denke nicht, dass damit das gesamte Potenzial dieser Analyse ausgeschöpft ist. Aber es ist ein Anfang, oder?

Wenn ich an mich denke, dann habe ich mit meiner Identitätsfindung immer noch zu kämpfen. Ich ordne mich nun seit über 20 Jahren und habe – Gott sei dank! – die Pubertätsjahre hinter mir. Dennoch: theoretisch interessiere ich mich durchaus für Neues. Für Menschen. Für Gebräuche und Kulturen. Für ihre Historizität. Aber ich komme nicht umher diese Erfahrungen immer in einen Kontext zu setzen: in meinen Migrationskontext.
Auch als ich mich in jüngeren Jahren von den „öden Erwachsenen“ abseilen wollte, fiel mir der Richtungswechsel schwer. Denn ich war immer schon in der kleinen Gruppe der „Russen“ verortet. Ohne dass ich Einfluss darauf hätte, wurde mir diese Identität zugeschrieben und ich nahm sie bewusst oder unbewusst an. Gab es einen Weg, diese Fremdzuweisung zu umgehen? Ich denke nicht. Ich denke, es ist ein reziproker Prozess – aber das geht hier jetzt zu weit.

Letzten Endes möchte ich den Gedanken festhalten, dass der Emanzipationsprozess von jungen MigrantInnen ein ebenso komplexer wenn nicht sogar um ein paar Details komplexerer ist, als ihn alle Adoleszente dieser Erde ohnehin durchlaufen. Und ihm gebührt ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, ein bisschen mehr Gedanken-Spielraum. Dieses „schnelle Abtun“ und Behaupten, alle Jugendliche wären gleich rebellisch und ungebändigt ist ebenso falsch, wie die übrigen Klischees … wir trinken nicht alle sooo viel Vodka, oder singen das immer-gleiche Kalinka-Liedchen vor uns hin 😉

Think about it

❤ KF

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Sprach_e oder Sprache* – Die Tücken respektvollen Umgangs und diskriminierende Stolpersteine

Jetzt mit dem Beginn des neuen Semesters gibt’s täglich Neues zu berichten! Um gleich zu Anfang: hiermit seien ALLE Personen eingeschlossen, auch Nicht-Studierende, Nicht-Studentinnen, Nicht-Studenten und alle Nicht-Akademiker*! 😉
Wem dieser kleine Absatz schon Tränen der Grammatik in die Augen treibt, sei gesagt: es kommt noch schlimmer – oder noch vieeeel intensiver!
Denn hier die gewagte These: SCHLIMM ist das nicht! Es ist nützlich. Es ist förderlich und es ist HÖCHSTE ZEIT!
Es gibt nur ein Problem, vor dem nicht nur ich allein stand und heute noch stehe. Wie drücke ich mich nun inklusiv aus, ohne Menschen auf irgendeine Weise zu benachteiligen?
Dazu komme ich gleich. Es gibt nämlich noch eine Schwierigkeit, die aus dem Weg der falschen An- und Aussprachen geräumt werden sollte: die ENDGÜLTIG durchgesetzte Einführung des Miteinschlusses von WEIBLICHEN PERSONEN!
Auch ich muss zugeben, dass der Unterstrich z.B. bei Fraue_n etwas seltsam aussieht. Es ist ungewohnt für uns alle, die auf ein möglichst korrektes Deutsch getrimmt wurden und vor allem mit dem Vormarsch des www immer wieder in die Kritik geraten, wir würden die Grammatik völlig über Bord werfen. Auch das niedliche Sternchen am Wortende lässt bei Nichtwissenden dicke Fragezeichen über den Köpfen aufleuchten. Dabei kann ein/e jede/r einmal kräftig googlen und wird schnell fündig, wie Menschen eingeschlossen werden können – sei es im direkten Gespräch oder in offiziellen Schriftstücken.
Ja, ja, das ist die schöne heile Weilt der Genderwissenschaften…
So einfach ist es dann doch nicht. Und dass selbst ich nicht alles blind annehme und anfange an dieser Stelle alles weitere in kleinen buchstaben zu schreiben, angelehnt an die englische sprache, wo es diese nomen-/adjektiv-/verbtrennung nicht gibt. Das werde ich nicht tun, denn dann muss auch ich ein bisschen weinen über die STUNDEN, die ich mit Deutschlernen verbracht habe.

Ich bin absolut für Antidiskriminierung, für Einschluss, für Inklusion und für eine durchdringende Betrachtung. Dass sich alle Menschen auf dieser Welt, seien es sexuelle Minderheiten, ethnische oder klassenspezifische (und alle anderen!!) zu Hause fühlen MÜSSEN und DÜRFEN! Aber wenn es heute kaum jemand – IMMER NOCH – schafft, konsequent Frauen mit einzuschließen und direkt anzusprechen, ist der Weg zur Erleuchtung noch sehr sehr lang.
Frauen würden sich selbst im Weg stehen. Meistens wird mir übel, wenn ich diesen Satz höre.
Hier hat er definitiv einen Platz verdient. Denn Frauen tun das tatsächlich oft:

Sie nennen sich selbst MITARBEITER, CHEF, KUNDE, PATIENT, KÄUFER, ZUSCHAUER, FAHRER und so vieles mehr.
Sie sehen das Problem dieser Aussagen nicht.
Sie behaupten, es wäre OK, da sie ja SICH damit bezeichnen und selbst dazu greifen DÜRFEN.
Sie würden es nicht diskriminierend meinen.
Sie finden es normal und einfach.
Sie finden es dagegen umständlich die beiden soooo schwerwiegenden und schwer erträglichen Buchstaben –IN anzufügen oder manchmal ein paar Millisekunden mehr mit der Formulierung ihrer Gedanken zu verbringen.
Sie merken es auch nicht ihren männlichen Kollegen, Freunden, Vorgesetzten etc. an.
Sie sagen Dinge wie „Ihr wisst doch wie ich es meine!“ Oder „Das ist doch nicht so wichtig!“

ABER JAAAAA! ES IST WICHTIG!

Ok, es ist schwer gute überzeugende Argumente für diejenigen zu finden, die davon nicht überzeugt sind. Aber wenn ich eine_n meine_r Dozenten* zitieren darf: „Sprache ist Handeln!“ Und das heißt jedes gesprochene Wort, jeder Satz und genau so auch das Nicht-Ausgesprochene sind Taten. Es sind Handlungen, die bewusst oder unbewusst etwas bewirken. Sie erzeugen Bilder, Ideen und haben somit Wirkmacht.
Wenn ich also ganz deutlich sage Zuschauerinnen und Zuschauer, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Kundinnen und Kunden… dann MEINE ich die weiblichen und männlichen unter ihnen.
Klar, dass hier sämtliche inter-, transsexuelle und solche, die sich auf andere Weise irgendwo zwischen den beiden Extremen einzuordnen pflegen, nicht mitbedacht sind. Vielleicht erscheint es auch diesen Menschen als ein kleiner Schritt auf sie zu, der die Gender-Sprach-Revolution am Horizont aufblitzen lässt. Vielleicht kränkt sie das auch noch mehr.
Ich möchte und kann auch nicht für ALLE sprechen. Das ist unmöglich.
Aber die Position einer cis-Frau habe ich nun mal inne. Und verlange SPRECHT UNS AN!

DIREKT!

KURZ!

ALS MITARBEITERIN und KOLLEGIN

ALS KUNDIN,

PATIENTIN

Und seit dabei ernst und ironisch zugleich. Ich kann auch drüber lachen, wenn mir Feminismen in Witzen verpackt um die Ohren fliegen. Wenn Freunde* mich ein bisschen belächeln. Solange das eine liebevoll Geste ist, bleibt ihnen dennoch der Kern meiner Forderungen erhalten und der Gedanke der einschließenden Sprache verfolgt sie im Alltag.

Also, liebe MENSCHINNEN UND MENSCHEN, vor allem solche, die es sowieso nicht anders kennen, als IMMER angesprochen zu werden, TUT WAS und SPRECHT GENDERGERECHT.

Dafür müsst ihr nicht plötzlich eine neue Lebensphilosophie oder Ideologie verfolgen. Denkt dabei einfach als die euch alle umgebenden Frauen und Mädchen, die ihr gern habt und die euren Respekt und eure Anerkennung verdienen. Sprecht FÜR sie.  Hebt sie hervor! Macht sie SICHTBAR!!

Sprache ist Macht! Sprache ist Alltag! Und SPRACHE IST HANDELN!!

KF ❤

Vom Neid der männlichen Einheimischen auf die weiblichen Ausländischen

Als Freud von Penisneid der Damen gegenüber ihren männlichen Gegenspielern sprach, gab er der umgekehrten Perspektive nur wenig Raum. Ich erlebe es sehr oft – um nicht zu sagen ZU oft. Männer, die einen sonderbaren Neid gegenüber Frauen hegen. Doch hier endet es nicht. Ich möchte vom Neid „einheimischer“ Männer gegenüber „ausländischen“ Frauen sprechen.

Bevor ich mich auslasse und aufrege, bevor ich mit Verurteilungen um mich schmeiße BITTE ich ausdrücklich um ein wenig Verständnis und natürlich um die gewisse Prise Ironie, auf die ich nur immer und immer wieder verweisen kann! Ich bin durchaus im Klaren darüber, dass meine Erfahrungen nicht globaler Natur sind und – liebe Männer aller Ethnien – IHR könnt auch anders! Genau wie wir Frauen (bzw. ich als eine dieser Sorte) ebenfalls keine unbeschriebenen Allesrichtigmacherinnen sind.

Ich habe mich dennoch mir selbst gegenüber verpflichtet, Aktualitäten meines Lebens aufzugreifen. Das ist eine brennend heiße Neuigkeit, die mich zuerst sprudeln ließ vor Wut und Enttäuschung, aber mittlerweile bin ich zurück im Modus des Zynismus und schreibe das mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen, ganz nach dem Motto: „Wer nicht will der hat schon – und verpasst das Beste!“ .

Zu weit ausholen will ich nicht, denn das kostet alle Denk- und Lesezeit und lenkt ab vom eigentlich brisanten. Wichtig für das allgemeine Vorwissen ist mein way of struggle, meine Leidensgeschichte, die mich seit Schultagen verfolgt: die brutale, oft übertriebene  Kritik an meinen Schriften. Meine Arbeiten wurden und werden seit eh und je von „Autoritäten“ auseinandergenommen und mal verbal mal schriftlich regelrecht vernichtet. Sicher werden einige genau jetzt denken: kein Wunder! Nun ja, ich bin stets der Meinung gewesen, dass über Geschmack unendlich streiten lässt und Stile variieren dürfen und sollen. Wer ließt immer dasselbe? Und: warum darf ich meinen Stil, wenn man ihn so nennen kann, nicht behalten und verteidigen? Ich darf. Das habe ich entschieden und stecke seit dem fleißig meine „Bestanden“ oder „Ausreichend“  ein, schlucke meine Stolz runter und mache beim nächsten Mal wieder alles so wie immer :)…

Soo, und jetzt zum Neid. Ich nenne es Neid, weil ich meine, es ist ein geläufiges Wort. Aber es ich bin gegen eine strikte Definition von Gefühlen und Gefühlskomplexen. Ich bin auch keine Psychologin, aber dass jede/r Gefühle unterschiedlich empfindet und sie gleichzeitig identisch bezeichnet, beobachte ich häufig.
Neid ist sicher kein schönes Gefühl. Schon unter Kindern kann Neid zu Wutausbrüchen, Heulattacken und meist nicht nur verbaler Gewalt untereinander führen. Später wird Neid unter Freunden, Freundinnen zum beliebten Lästergrund  und „Ich bin nicht länger deine bff!“- Ankündigungen. Bei all dem ist Neid erst einmal Phänomen, das nur auf das Haben-Wollen verweist. Jemand wird beneidet, weil er oder sie etwas hat, besonders aussieht etc. – kurz: ich will es aber ich bekomme es nicht und daran ist die oder der EignerIn schuld.
Neid wird zum interdependenten Gefühl, wenn weitere Faktoren hinzukommen. Hier ist Neid nicht mehr unter „Gleichgesinnten“ zu suchen, sondern zwischen Neider und Beneideter/-m unterschiedlicher Kategorien. Das soll hier keine soziologische Aufstellung horizontaler Zugehörigkeiten werden. Ich hoffe, es wird deutlich, was ich mit interdependentem Neid meine. In meinem derzeitigen Fall ist der Neider eine akademisch höhergestellte männliche einheimische Person, deren Wirk- und Machbereich definitiv über dem von mir liegt.
Man könnte meinen, ein salopp gesagt übergestellter, klassisch dominanter Mann sich nicht scheren dürfte, was so eine kleine russischstämmige Studentin denkt und fühlt… Oder anders: seine Selbstüberzeugung dürfte in diesem Bild wesentlich mehr Platz einnehmen, als die Selbstzweifel oder die ach so beliebten Minderwertigkeitskomplexe?!
Aaaaaber falsch gedacht! Diese Person ist gerade dabei mich in meiner weiblich-unterwürfigen Position nicht nur märchenhaft zu benachteiligen. Mehr noch: es wird mir mein Migrantinnenstatus unter die Nase gerieben. Deutsch – das könnte ich nicht. Grammatik – keine Chance! Sprachstil – NO GO! Es geht mal wieder um eine Arbeit. Sie wurde vor vielen Monaten zur Publikation freigegeben und schien im Kasten zu sein. Keine Nachfragen, keine Kritik. Na, auf jeden Fall fast! Alles war klar und ich wunderte mich schon, wie ich ohne den besagten wrecking ball der WissenschaftlerInnen auskam. Und jetzt kommt die Abrissbirne mit einer Extremverspätung doch. Aber das hindert sie nicht daran, sich mit besonderer Härte in die stabilen Wände meines Geschreibes zu rammen…  Frei nach der Cyrus-Metaphorik, wo wir doch schon im Hier und Heute sind.

Dieser einheimische Mann lässt nun keine Gelegenheit aus, mich immer und immer wieder auf meine ausländische Herkunft hinzuweisen. Nicht als Privileg (obwohl es in der Arbeit GENAU darum geht!). Als Migrantin habe ich gewisse Einsichten in die russische „Subkultur“ unserer Hauptstadt. Ich arbeite seit vielen Jahren tagein tagaus mit Russischsprachigen zusammen, höre deren Geschichten, sehe deren Kinder und Enkelkinder aufwachsen und habe ganz einfach ein anderes Wissen bezüglich meiner Landsmenschen. Alle Ziele und Fragen der Arbeit aufzuzählen wäre zu viel. Wichtig ist nur: alles war ok, und ist jetzt – mit Einschalten des interdependenten Neids – nicht mehr. Versteht mich richtig, dieser Mensch war noch nie besonders „auf Augenhöhe“ mit mir. Trotz seiner ständigen Bekundungen, er läge Wert auf eine barrierefreie Kommunikation ohne Titelschranken oder Ängsten vor akademischen Graden. Das war mir Recht, aber ich hätte auch nichts gegen Respekt. Gegenseitig.

Natürlich kann man und frau jetzt sagen: was will die denn? Wenn die schreibt wie ein Huhn mit der Klaue (ein russisches Sprichwort, das ich so natürlich nicht in meiner Arbeit verwendet habe ;)!) .

Es geht aber gar nicht um eine SOLCHE Kritik. Um keine adäquat begründete, in Ruhe besprochene und angeleitete Kritik. Es geht auch nicht um die Chance, die professionell eingeräumt werden sollte, Dinge zu ändern. Die Arbeit, die längst hätte publiziert sein müssen, wurde nicht nur auseinandergenommen mit den übelsten – akademisch ausufernden – Beleidigungen  sondern wurde einer Hilfskraft zur Überarbeitung gegeben. Ohne mein Wissen. Ohne eine Chance das selbst zu übernehmen. Diese „Überarbeitung“ wurde mir von diesem einheimischen Akademiker mit den Worten präsentiert: „Ihre Fassung was in keinster Weise für die Veröffentlichung geeignet!“

Aus 20 Seiten wurden 8 und aus farbenfroher Schilderung, konkreten Darstellungen und feinfühligen Analysen, wurden sperrige Sätze, kantige Formulierungen und Kürzungen, die den Inhalt nicht nur verzerrten sondern ganz einfach falsch im Raum stehen ließen. Von den Fehlern auf grammatischer Ebene, die der erwähnte Akademiker mir gerne vorwirft, schweige ich lieber ganz.

Zum krönenden Abschluss sollte diese Hilfskraft auch noch AutorIn meines Textes werden, da diese ja fleißig daran gefeilt hätte und ihre/seine Arbeit gebührend honoriert werden sollte…
ARGH….!! Wenn ich darüber nachdenke, muss ich immer wieder die Zähne zusammenbeißen.

Meine Wut kanalisierte ich also in die Re-Analyse. Ich las die Texte gegeneinander, die Urfassung von mir und die hübsch-hässliche Version der/des HelferIn. Es tat weh. Bei jedem einzelnen Satz blutete mein Herz. Ich war noch NIE so voller Selbstüberzeugung, was mein selbst-fabriziertes Niederschreiben angeht. Plötzlich fand ich alles, was ich sagte wundervoll und klanglich betörend im Vergleich zum f—-trockenen Gequatsche dieser helfenden Hand.

Ohne mich bin zum Schluss zu quälen fasste ich den Entschluss, meine überflüssige Energie hier auszulassen. Es ist gemein. Und es ist unfair. Und vor allem… ES IST MENSCHLICH!

Aber es ist ein Phänomen, welches beachtet werden sollte! Oftmals werden Hierarchien nicht ausreichend tiefgreifend erfasst und dekonstruiert. Das heißt, wann immer ein solches Normalo-Alltags-Gefühl auftaucht – sei es beim Neider oder bei der Beneideten – wird es schnell identifiziert und abgetan. Dabei lohnt sich diese Betrachtung der Wechselwirkung. Eigenschaften, die uns als Menschen ausmachen, spielen in der alltäglichen Kommunikation DIE entscheidende Rolle. Wenn man mal von den rationalen Geben-und-Nehmen-Gründen und dem kapitalistischen Austausch und Gewinn und Verlust absieht, kommt man und frau schnell zur INTERSEKTIONALITÄT, die uns ALLE in unserem Tun und Lassen strukturiert.

Dass ich als Migrantin über zwei Muttersprachen frei verfügen kann, eine dritte ebenfalls mitschwingt. Dass ich Fuß gefasst habe im wissenschaftlichen Betrieb hierzulande und mit „Einheimischen“ nicht nur mithalte, sondern einige überholt habe. Dass ich nicht nur mit der peer group konkurriere, sondern auch mal mit darüber hinaus reichend…

All DAS ist für die einen ein Grund zur Akzeptanz und frohen Zusammenarbeit. Und für andere ein Grund, mich mit allen Mitteln auf den migrantischen Boden der Tatsachen zurückzuholen. Nämlich den, dass DAS gar nicht sein DARF! Weil es unlogisch ist. Weil es nicht mein Land, nicht meine Sprache ist, nicht mein Milieu, nicht meine Sphäre, nicht mein Wirkkreis…
Autsch…
Über meine Ansicht, dass ich diesem festen Boden nie entflohen bin und stets kritisch mit mir und meiner Umwelt umgehe und keinesfalls jemanden die Show stehlen will, wird nicht gesprochen. Auch nicht darüber, dass mir vieles schwer fällt und auch ich kämpfe. Nicht weniger und nicht mehr als Einheimische. Und überhaupt finde dich diese Trennung von UNS und EUCH krankhaft und schlichtweg BESCHEUERT!! Das Wir kann in meinen Augen so zusammengesetzt werden, wie es jeder/-m gefällt und vor allem, wie es sich richtig für alle anfühlt.

So zähle ich alle möglichen Nationalitäten, Sexualitäten, Kulturalitäten, Altersgruppen u.ä. zu meinem WIR. Und hier geboren oder nicht – das ist mir vollkommen egal.

Um das männlich-einheimische Neidischsein abzurunden: ich gebe nicht auf! Auch wenn ich diese Person nicht belehren kann und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht umstimme, so habe ich es A) hier mit Euch geteilt und B) erhalte ich mir meinen russisch-überragenden Stolz (fürs Klischee ;)!! ).

KF ❤ 

Wer bin ich und warum solltest DU meine Gedanken interessant finden?

Eine Gute erste Frage. Und die Antwort ist einfach: weil niemand mehr an dem neu-aufkommenden altbewährten Feminismus vorbeikommt. Aber nicht nur das! Da wäre auch noch dieser allseitige Migrationshintergrund, der seine passive Stellung längst verlassen und sich breit gemacht hat auf den Vorderbühnen unserer Hauptstadt, unseres Landes – ach was sag ich! Unserer Köpfe!

Ob ich als Berliner Mädchen, als Feministin, als Migrantin oder einfach als Gern-in-ihrer-Freizeit-Schreiberin Euch und Dich von mir am Herzen liegenden Themen überzeugen kann, stelle ich mich und meine Absichten kurz vor.

Ich bin frische 26 Jahre alt und versuche mich mit aller Kraft seit fünf Jahren davon abzuhalten, das hier zu tun. Nämlich zu schreiben und diese vernetzte weite Internetwelt um ein weiteres Tagebuch zu bereichern.
Warum? Na weil Tagebücher geheim bleiben sollten. Mein letztes offizielles Tagebuch habe ich mit 17 abgeschlossen, das kleine Schlösschen mit dem Universalschlüsselchen verschlossen und seit dem im Keller verscharrt. In diesem Tagebuch fanden damals die Niederschriften einer Pubertierenden, zum ersten Mal Verliebten und teils Verzweifelten statt.

Aber heute wird alles anders! Zumindest muss ich mir das jetzt einreden. Und Euch! Lasst uns gemeinsam rausfinden, ob meine Selbstironie für irgendjemanden sonst noch bemerkens- und kommentierenswert sein wird.

Ach ja, ich war dabei mich vorzustellen. Als Feministin bezeichne ich mich noch nicht all zu lange. Dass ich eine bin, wusste ich dennoch schon sehr früh. Ich war nie das typische Mädchen mit Rüschen und rosa Kleidchen. Ich gestehe offen und gern, dass mir das manchmal gefehlt hat und ich heute noch in einem Zimmer mit rosa Wänden und Hello Kitty Kuscheltieren wohne. Aber das ist KEIN Widerspruch. Wer etwas anderes denkt – irrt! Feminismus ist nicht gleich langes Beinhaar und kurzes auf dem Kopf… obwohl, um dem Klischee näher zu kommen habe ich mir vorsorglich die langen Blonden abgeschnitten ;).

Was gäbe es noch zu sagen?

Nach meinem Bachelor in Soziologie – als Soziologie-Bachelorette gewissermaßen – habe ich mich jetzt in die Tiefen der Geschlechterstudien gestürzt. Ein Traum sag ich Euch! Alle mögen alle und keiner bleibt allein! Die reinste Flower Power Idylle mitten im harschen Berlin.

Und dann bin ich auch noch Ausländerin. Wow.
Guuut, ich ziehe jetzt einfach mal noch mehr Ablehnung auf mich, wenn ich sage, dass ich zwei Staatsbürgerschaften besitze. Das geht in manchem Fall und ich darf mich glücklich schätzen, mit zwei Pässen zu hantieren.

Mütterchen Russland und deutsches Vaterland  – entscheiden fiele mir ohnehin schwer. Zumal ich mich eh nicht gern entscheide. Ich sage lieber alles, als eins davon. Das trifft auf viele Entscheidungen zu, das werde ich wohl oder übel in diesem nun öffentlichen Seelenstriptease zur Schau stellen.

Das Last von not Least fällt mir immer sehr schwer. Aber ich möchte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und – wie das schon häufig geschah und warum ich meine Finger still zu halten versuchte – komme zum Ende, vorerst:

Warum KLEINE wenn es doch nach GROOOOSSEM Feminismus und GROOOSSEM Migrationshintergrund klingt? Es stimmt: ich bin gar nicht so klein. Eigentlich sogar überdurchschnittlich groß, ganze 175 Zentimeter :). Nennen wir es das Kindchenschema des virtuellen Engagements. Das Süße und Unschuldige kommt bekanntermaßen (und laut einigen auch wissenschaftlich begründet) sehr gut an bei Menschen jeden Geschlechts und Altern, jeder ethnischen Herkunft und jeder kulturellen Strömung…

KF ❤

Der feine Unterschied: Russische Frauen, hier und da

Wie ich es schon in meiner Selbstbeschreibung ausführlichst beschrieb, versuche ich seit Jahren dieses Geschreibe zu umgehen und es mir mit allen Mitteln zu verbieten. Aber bei Verboten ist so eine Sache: je weniger frau bekommt, desto mehr will sie…
[…]

Die letzten zwei Tage in diesem wechselwarmen Hauptstadtapril machten es mir wieder einmal schwer, DAS nicht zu tun und der traten die Lawine los! Ich MUSS einfach!

Worum es geht? Um russische Frauen. Ich nehme es mir raus über sie und uns zu schreiben und bitte alle um ein Fünkchen Verständnis und ein Augenzwinkern beim Lesen. Meine verallgemeinerte Szenerie soll Euch zum Hinsehen und Nachdenken anregen und nicht globale Debatten untermauern oder erschüttern.

Ich hatte die Ehre mal wieder an einem internationalen Seminar teilzunehmen. International war es, weil daran Menschen aus der Welt teilnahmen, die alle ein Ziel vereint: Kindern aus zweisprachigen Familien im Ausland die russische Mutter- oder Vatersprache beizubringen. Nicht nur einzutrichtern sondern emotional mit den neuesten psychologischen Tricks in die kleinen Köpfe einzupflanzen und so die Kleinen unbemerkt zum Russischsprechen zu animieren.

Erstaunlicher Fakt Nummer 1:

Es waren NUR Frauen, die an diesem endlosen runden Tisch beisammen saßen. Frauen, die alle irgendwie pädagogisch involviert sind. Ich muss leider zugeben, dass unter ihnen viele Pseudo-Lehrerinnen oder Erzieherinnen waren, die sich mit ihrem Schildchen an der Brust überschwänglich professionell vorkamen und ihr in die Höhe ragendes Kinn vor Stolz fast in die nächste Etage ragten… Aber auch ich war nicht unbedingt als Profi dort. Als OUTSIDER WITHIN wie es im feministischen Empirismus gerne betitelt wird.

Erstaunlich war, dass alle renommierten Wissenschaftlerinnen und Verlegerinnen, die dieses Seminar mit ihren Reden und Präsentationen füllten, Frauen waren! Professorinnen der Moskauer Uni, die die ganze Welt bereisten und so herrlich (sorry, für den Androzentrismus-Hauch, für Wortkreationen al á „damen-lich“ ist es hier noch zu früh, aber ich verspreche, sie kommen!) locker drauf waren. Keine Arroganz, keine tot-gebügelten Blazer und Hosenanzüge, keine strikte „Ich und keine sonst“- Attitüde… Kurz: keine Alpha-Weibchen-Selbstdarstellung.

Erstaunlicher Fakt Nummer 2:

Ich knüpfe an: kein Alpha-Verhalten, das die sonst erwartete und erfahrene Arroganz aufgreift und in die Welt trägt. Versteht mich nicht falsch, ich LIEBE selbstbewusste, ehrgeizige und standfeste Frauen in Führungspositionen. Doch im aktuellen Deutschland gibt es dazu – wie jede/r sicher hier und da gehört hat – zahlreiche Stimmen. Und die sind nicht so unproblematisch wie der Auftritt der Wissens-Frauen bei dem Seminar.
A – die gehasste und geliebte Mutter und Hausfrau
B – die mit Männern um den Job konkurrierende Business-Woman
C – die „Ich kann doch einfach alles vereinen weil wir im 21. Jh. leben und läääängst alle Trennungen hinter un haben“ – Idealistin
und vielleicht auch D – die feministische Welt-Verbesserungs-Denkerin, die für die meisten zu wenig Wind in den Flügeln hat, um mehr als Gedanken zu äußern… (uff, bei der Selbstkritik muss ich kurz schnaufen)

Ich als migrantische Feministin, die ihr Leben größtenteils in Berlin verbracht hat, kenne eben diese Typen und das Bisschen, was in den Grauzonen drumherum angesiedelt ist. Aber Russland scheint da anders zu sein. Eine SCHANDE, dass ich das erst jetzt verstehe.

Erstaunlicher Fakt Nummer 3:

Ich knüpfe wieder an: RUSSISCHE FRAUEN haben FEMINISMUS im Blut (vielleicht ja wegen dem noch nicht ausgewaschenen Sozialismus?).

Aber kurz zu meiner Verteidigung: ich bin keine Patriotin. Ich liebe die russische Seele, die russische Natur und die abstrakte Vorstellung vom Zaren-Russland, von Tschechovs und Puschkins, von Dostojewskis und Tolstojs Phantasien und romantischen Geschichten. Da bin ich sicher nicht die einzige und viele Nicht-MigrantInnen teilen diese Vorstellung oder eine, die sich daran anlehnt. Von russischen Menschen, von der dortigen Mentalität und Politik habe ich mich noch nie wirklich mitreißen lassen. Es gibt Zellen meines Körpers, die durch und durch russisch sind und solche, die vor deutscher (bitte verzeiht die Klischees, aber hey! sie sind real ;)! ) Pünktlichkeit und Gründlichkeit strotzen. Und sowieso bin ich kein Fan von dieser dichotomen Teilung zwischen zwei Kulturen.

Was mich also erstaunt, ist dass russische Frauen ALLES zu schaffen scheinen und nicht erst darüber debattieren. Das führt mich zum

Erstaunlichen Fakt Nummer 4:

FEMINISMUS ist nicht gleich FEMINISMUS! Was Laien gern in einen Topf werfen und es hinterher auch noch mit Dreck bedecken ist nicht alles DERSELBE MIST!

NEIN NEIN NEIN

Ich erkläre mich gern: hier in Deutschland ist feministische Literatur des heutigen Tages meist die aus dem US-amerikanischen Raum. Sie wird kritisch gelesen, gern zitiert und gilt als zeitgemäß. Ich schließe mich dieser Ansicht auch an. Viele der AutorInnen haben GROSSES geleistet und die Rolle der Frau aber auch die Rechte der LGBTIs ENORM gestärkt, weil thematisiert und identifiziert.
Dabei scheint alles zu passen: die US-AutorInnen schreiben, die deutschen AkademikerInnen, InteressentInnen, AnhängerInnen etc. lesen und erkennen sich und andere wieder! Dann schreiben auch sie, greifen auf, zitieren und es entsteht das leicht vorstellbare Geflecht der Publikationen. Schwierig wird es durch den Lieblingsgedanken der Migration. Alle westlichen Menschen fließen zu einem Großen und Ganzen zusammen. Alle Frauen. Geografisch schwach wie ich bin, nehme ich russische Frauen jetzt einfach mal unter die Fittiche der West-Welt.
Familie, Kinder, Ehe, Küche und ja, sogar Kirche stecken die russischen Frauen gern in die Aktentasche, während sie sich auf zur Arbeit machen. Schönes Bild. Jaaa, etwas zu viel der Idylle. Aber dennoch: ich verfolge die russische Medienkultur ein wenig und stelle fest, Russland ist weit davon entfernt, dieselben Interessen seitens gender-orientierter AktivistInnen zum allen sichtbaren Thema zu machen. Anfangs fügte ich mich dem rückschrittlichen Bild vom homophoben Russland und allem, was dazu gehört: DU tanzt aus der Reihe? NIEMAND tanzt hier aus der Reihe! und ALLES ist behandelbar oder zumindest zu behandeln.

Aber jetzt dämmert mir die überaus weitreichende feministische Einstellung meiner osteuropäischen oder west-asiatischen Heimat: Frauen TRAGEN unser Mütterchen Russland auf ihren mal schmaleren, mal breiteren Schultern!
Und sie tun es nicht nur still für sich. Männer wissen das. Es ist gemein und traurig, aber ich liebe es zu erwähnen: Männersterblichkeit in Russland. Wer macht alles, wenn der Mann weg, tot oder Säufer ist? STOPP! Es ist ÜBERSPITZT und ich liebe auch russische Männer – alle! Aber es geht hier um uns, liebe Frauen also Obacht!

Also Fazit und erstaunlicher Fakt Nummer 5:

Russische Frauen und westlicher Feminismus sind NICHT ein- und dasselbe! Sie sind nicht einfach übertragbar und darum auch schwer kommunizierbar. Denn russische Frauen würden sich wahrscheinlich wehren und sich nicht alle gleich mit dem Feminismus-Slogan brüsten, sie würden sagen, sie sind gerne Frau, mit allen weiblichen Reizen, die dazu gehören. Sie würden sagen, sie möchten von Männern ge-gentlemaned zu werden, höfiert zu werden, zart berührt zu werden und BLOSS nicht mit harter Arbeit beladen! Ist ein Mann in der Nähe, würde die russische Frau vielleicht sogar zur personifizierten Schwäche mutieren. Aber die russische Frau ist ein sehr starkes Stück, die auch mit Stöckelschuhen, mit 7 cm roten Lacknägeln und Satinstrümpfen Umzugskisten tragen kann, ihre Stimme erheben und – ohne es sich und anderen vorzuhalten – ihre Stellung behaupten kann.

Darum meine Hochachtung und mein innerster, aufrichtigster Respekt an die russischen Frauen. Solche, die wie die Profis in den letzten zwei Tagen von ihren Erkenntnissen, Erfahrungen und Ergebnissen erzählten und kein bisschen überheblich waren – obwohl sie dürften. Sie haben viel erreicht und sind noch nicht am Ende. Neben Kindern, EnkelInnen, Weltreisen und Forschungsaufgaben, schaffen sie es so unbeschwert von Hinz und Kunz (oder wie war das doch gleich?) zu erzählen.

Ganz ohne der Bekennung zum Feminismus, ohne ein „Ich vor euch allen“ und ohne einer demonstrativen Abgrenzung von männlichen Genossen.

Ist das was? Ich finde ja!

KF ❤